Freitag, 23. Dezember 2011

David. ♥

Dieser Junge, der seit über 5 Jahren mein bester Freund war. Der mich einen Tag zuvor mit seinen traurigen Augen ansah. Der mir jedes mal von seinen Problemen erzählt hatte, nur an diesem Tag nicht. Dieser Junge, der genau wusste, dass ich mir Sorgen machte, aber mir trotzdem kein Wort sagte. Der trotz seiner grade mal 12 Jahre schon so viel durchgemacht hatte. Ich hörte seinen Hilfeschrei, obwohl er mir kein Wort sagte. Ich versuchte ihm zu helfen, doch es war zu spät. Was war passiert? Wieso lag er da? Wieso war so viel Blut auf dem Boden? Wieso atmete er nicht?  Und wieso weinten seine Eltern? Er lag auf dem kalten Boden im Badezimmer. Ich kniete mich zu ihm und legte eine Hand auf seine Brust. Er war ganz kalt. Ich nahm seine Hand und legte sie mir auf's Herz. Leise flüsterte ich in sein Ohr: "Spürst du das? Mein Herz. Egal wo du bist, es wird für dich weiterschlagen. Bitte vergiss mich nicht, ich liebe dich." Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange und ging nach Hause. Das war der letzte Tag, an dem ich ihn lebend sah.

Sonntag.

Ich erinnere mich noch genau, wie er mir mit gesenktem Kopf am Küchentisch gegenübersaß, ein Junge mit einem blassen, gegen jede Sonnenbräune immunen Gesicht, auf dem sich die kleinste Erregung überdeutlich spiegelte. Es war Sonntag, dieser Tag, den man als Jungendlicher hasst: Das Wochenende so gut wie vorüber, die Hausaufgaben nicht gemacht, die Stadt so grau wie der Ozean an einem Tag ohne Sonne. Feuchtes Laub auf der Straße, und im Nebel lauert schon der Montag.

Große Liebe.

Ich verspreche dich jeden Tag zu lieben. Bis in alle Ewigkeit. Denn für mich bist du viel mehr als Gold wert. Ich denke nur an dich, jeden Tag. Jede Nacht. Die ganze Zeit. Du bist für mich meine große Liebe. Ich weiß, du bist für mich da wenn ich dich brauche..du bleibst in meinem Herzen egal was geschieht! Ich will solange wie möglich mit dir zusammen sein, denn die Zeit mit dir ist so schön..Die Liebe zu dir ist so unglaublich stark..Meine Seele schreit nach dir und ich hab so große Angst dich zu verlieren.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Traumjunge.

Der Junge aus meinem Traum, der mich umarmte und liebevoll küsste, den ich zuvor noch nie gesehen hatte, lag dort im Krankenbett und starrte mich mit großen Augen an. Mir wurde heiß und kalt, ich hatte Schmetterlinge im Bauch und starrte auf den Boden. So schön hatte ich ihn mir nicht vorgestellt. Er stand auf und umarmte mich zur Begrüßung. Ich sah ihn irritiert an. Ist das wirklich passiert? Ich konnte es nicht glauben. Alles war wie ein Traum. Mein Herz blieb für einen Moment stehen, als er mir in die Augen sah und lächelte. Nichts sagend schaute ich auf den Boden. Er nahm meinen Kopf und zog ihn zu sich. Ich spürte etwas warmes, weiches auf meinen Lippen. Wieso küsste er mich auf einmal? Er nahm meine Hand und ich umarmte ihn. Er küsste mich wieder. Noch nie war ich so glücklich. Der wundervolle Junge aus meinem Traum, der mir alles bedeutete küsste mich einfach so! Ich blieb noch etwas bei ihm, wir unterhielten uns und ab und zu küsste er mich. Als ich gehen musste, kamen mir die Tränen. Warum gehen schöne Tage nur so schnell um? Ich umarmte ihn zum Abschied noch einmal und ging mit Tränen in den Augen nach Hause.

Der Schlüssel.

Du hältst deine Tür immer noch vor mir verschlossen. Aber ich ahne, dass es dahinter etwas Dunkles gibt. Etwas Gefährliches. Etwas mir völlig Unbekanntes. Was ist das für eine Welt, in der du lebst, von der ich keine Ahnung habe, in die ich mich auch nicht hineinversetzen kann? Ich werde den Schlüssel finden, und wenn ich die erste Person deines Lebens bin, die es schafft! Ich werde ihn finden, und mit ihm werde ich deine Tür öffnen, und dann werde ich sehen und verstehen.

Letzte Stunde.

Ich gehe schweigend zurück nach Hause. Ich starre auf den Boden unter mir. Ich kann an nichts anderes mehr denken, als das er tot ist, und daran, dass er unmöglich tot sein kann. Menschen sterben nicht einfach. Ich kriege keine Luft. Ich habe Angst. Wie wenn dir jemand droht, dich zu verprügeln, und jetzt ist die letzte Stunde, und du weißt genau, was dich erwartet. Es ist so kalt heute – buchstäblich eisig, und ich stelle mir vor, wie ich zum Fluss runterrenne und kopfüber reinspringe, und es ist so flach, dass ich mir die Hände an den Steinen aufschürfe, und mein Körper taucht ins kalte Wasser, der Schock der Kälte, dann Taubheit, und dort würde ich bleiben, flussabwärts treiben. Ich will mit dem braunen, verharschten Gras verschmelzen, über das ich nach Hause gehe.

Ewigkeit.

So schön das Leben hier auf Erden ist, so vergänglich ist es auch. Wir werden alle einmal sterben. Und da gibt es noch etwas mehr als das Leben auf dieser Erde. Etwas, das man Ewigkeit nennt... Und ich glaube, das ist es, was zählt. Was wirklich zählt. Das, was nach diesem Leben kommt. Und ich habe meinen Frieden mit Gott geschlossen. Ich hatte nicht alles auf dieser Erde, was ich mir gewünscht habe, aber ich... ich wusste trotz allem immer, wohin ich ging und wer meine Hand hielt. Und wer mich eines Tages bei sich haben möchte. Das ist es, worauf es ankommt. Wir mögen eine Menge Entscheidungen treffen in unserem Leben, aber diese ist die wichtigste. Sie ist es, die in alle Ewigkeit von Bedeutung sein wird. Vergiss das nie. Sollte ich wirklich nicht mehr da sein in der näheren Zukunft, dann kennst du den Weg. Behalte ihn fest in deinem Herzen. Was immer du erreichen wirst im Leben - und ich wünsche mir, dass du mehr erreichst, als du dir je träumen kannst -, vergiss eines nicht: Halte den fest, der dir das Leben geschenkt hat. Alles kann dir genommen werden, aber das kann dir niemand nehmen. Denn wenn du eines Tages im Angesicht des Todes stehen wirst, ist es das Einzige, was du noch hast. Wenn dein Leben zu Ende sein wird und du an deiner Schwelle stehst - wo jeder Mensch eines Tages stehen wird -, dann wird die einzige Frage nur noch die sein: Wer wird dich auf seinen Armen hinübertragen? Es wird nichts geben, was du sonst mitnehmen kannst. Und das halte fest! Denn falls ich schneller als erwartet in die Ewigkeit wandere... dann möchte ich, dass auch du eines Tages dort bist, wo ich sein werde.

Nichts währt ewig.

Wir alle gehen, denn nichts währt ewig. Nicht einmal die Erde selbst. Buddha sagte, der Wunsch sei der Grund allen Leidens, und das Ende des Wünschens bedeute auch das Ende des Leidens. Wenn du aufhörst zu wünschen, dass die Dinge ewig währen, hörst du auf zu leiden, wenn sie vergehen. Eines Tages wird sich niemand daran erinnern, dass es ihn gab, oder dass es mich gab. Denn auch Erinnerungen waren vergänglich. Und dann bist du ganz allein, nicht einmal der Geist ist noch bei dir, nur noch sein Schatten. Am Anfang hatte er mich verfolgt, hatte meine Träume heimgesucht, doch schon jetzt entglitt er mir, verging in meiner Erinnerung und in der Erinnerung der anderen, starb noch einmal.

Nach 3 Wochen.

Jetzt, nach drei Wochen, spürte sie wieder Boden unter den Füßen. Zumindest brachte sie es inzwischen fertig, seine Freunde auf dem Pausenhof zu sehen, ohne sofort dieses endlose, schreckliche Fallen im Bauch zu spüren. Sie hatte es im Griff. Und wenn die Wut zu schlimm wurde, gab es immer noch das Tanzen. Wenn die Musik so laut war, dass sie im Zwerchfell vibrierte, gleißte hinter ihren Lidern nur noch ein gnädiges, kühles Weiß, das alle Bilder löschte. Lediglich die Unruhe, die ihr seit Tagen zu schaffen machte, ließ sich nicht vertreiben. Eine Rastlosigkeit, die es ihr auch heute Morgen unmöglich gemacht hatte, sich auf die Mathearbeit zu konzentrieren. Eine innere Unruhe, die sie jetzt dazu brachte, mit den Fingern auf dem Oberschenkel herumzutrommeln, als hätte sie einen Koffeinrausch.

Er! ♥

Mein Körper gehorcht nicht. Ich nahm jede kleine Einzelheit war: sein Haar, das ihm glatt und braun über sein Gesicht fiel, die langen Wimpern und die feine Linie der Wangenknochen. Er hatte etwas Sanftes in seinen Zügen, das mich berührte - ich spürte ein warmes Pochen unter dem Rippenbogen, dort, wo manchmal auf der Schmerz saß. Er trug schwarze Jeans und ein weißes T-Shirt, auf dem ein tellergroßer roter Punkt prangte - mitten auf der Brust. Japan-Fan? Meine Sehnsucht danach, ihn einfach anzusprechen, wurde gerade noch von rechtzeitig von einer Welle aus Besorgnis verdrängt. Lass ihn. Es geht dich nichts an. Und du gehst ihn nichts an. An dieser Stelle war ich fast erleichtert, mir einreden zu können, dass es Mitleid war. Nur Mitleid! Keine Gefahr für dich. Man, er hatte echt keine Ahnung. In diesem Augenblick verstand ich, womit er meinen Blick auf sich gezogen hatte: Er war nicht nur zum Tanzen unterwegs gewesen. Er war ausgegangen, um zu vergessen. Seine ganze Haltung, sogar das Misstrauen in seinen Augen, die Feindseligkeit darin spiegelte ein kaum verheiltes Leid wider. Er war wütend und traurig und er litt an etwas - oder an jemandem? Diesen Ausdruck kannte ich nur zu gut - oft genug sah ich ihn im Spiegel.

Bester Freund.

Mein bester Freund war gestorben. Wenn sie davon erfuhren oder mich sahen und sich daran erinnerten, machten die Leute immer dieses ganz bestimmte Gesicht. Ein spezieller, trauriger Gesichtsausdruck, dazu den Kopf leicht schräg geneigt und den Mund ein wenig geöffnet, nach dem Motto: Mein Gott, wie schrecklich, das arme Mädchen! So gut gemeint das auch sein mochte - für mich war es bloß ein Zusammenspiel von Muskeln und Sehnen, das nichts bedeutete. Gar nichts. Ich hasste diesen Gesichtsausdruck. Und sah ihn überall.