Sonntag, 1. Juli 2012

Ich habe Angst, dich zu verlieren.



Ich komme nicht mehr klar auf diese Welt. Du weißt garnicht, wie viel du mir bedeutest. Ich würde für dich sterben, echt. Ich wünschte, du wärst jetzt hier bei mir und ich könnte dich umarmen. Dir sagen, dass alles gut wird. Ich kann dich einfach nicht verstehen. Vor einem Monat war's noch anders. Alles war okay. Jetzt wirst du mir fremd..jeden Tag ein bisschen mehr. Es tut so weh, dass du nicht mit mir redest. Doch ich werde kämpfen! Ich weiß, wir packen das! Ich kenne deinen Weg, ich weiß was du alles durchmachen musstest. Aber verdammt, Drogen und Ritzen sind keine Lösung! Du musst erwachsen werden, was aus deinem Leben machen. Denk nicht dran, was damals war. 
In der Zeit, die wir uns kennen, habe ich schon so oft geweint wegen dir. So oft habe ich am Fenster gesessen, in die Nacht geschaut und mich gefragt, wo du bist und was du machst. Es tut einfach nur verdammt weh, dich so leiden zu sehen. Und du sollst nur wissen, dass ich nicht ohne dich kann. Es fällt mir schwer das zu sagen..aber es ist die Wahrheit. Ich habe alles gemacht, um dir zu zeigen, wie viel du mir wert bist. Jede Kleinigkeiten von dir macht mich glücklich. Wenn du lachst oder mich umarmst. Ich habe mich so sicher in deinen Armen gefühlt. 
Du weißt, ich bin immer für dich da und du kannst zu mir kommen. Und wenn du mich brauchst, dann werde ich dir keine Vorwürfe machen, sondern werde dir helfen und zu dir stehen, egal was passiert.

Wenn ich in den Himmel komme, dann weißt du, dass ich bei dir bin. Danke für alles, D. ♥

Dienstag, 26. Juni 2012

Was nützt mein Herz, wenn dein's nicht mitschlägt?



Heute war das erste mal, dass ich mich nicht gefreut habe, meine Oma zu sehen. Es war nicht leicht sie zu sehen. Ich habe gekämpft, um nicht sofort in Tränen auszubrechen. Meine Oma gehört zu den wenigen Menschen, die ich mir als Vorbild genommen habe. Sie hat schon so viel durchgemacht und läuft, trotz ihrer vielen Schicksalsschläge, lächelnd durchs Leben. Als ich sie sah, spürte ich dieses schmerzhafte Gefühl im Herzen. Und als ich mich neben sie gesetzt habe, wäre ich ihr am liebsten weinend um den Hals gefallen. Aber ich wollte stark sein. Ich wusste, es würde sie verletzen, wenn ich weine.

Ich weiß, deine Welt ist in 1000 Teile zerbrochen, aber wenn es sein muss, klebe ich jedes einzelne Teil zusammen! Ich weiß auch, dass du stark genug bist, um den Krebs zu besiegen. Das musstes du uns leider schon oft genug beweisen. Und du sollst wissen, dass wir immer hinter dir stehen und dich unterstützen, egal was passiert.
Ich liebe dich, Oma. ♥

(Das Bild: weil du Rosen so liebst.)

Sonntag, 6. Mai 2012

Es schmerzt mich jeden Tag, dass du nicht bei mir bist.



Ich liebe meine Schwester. Ich weiß nicht wieso, aber das musste jetzt gesagt werden. 
Sie ist einfach wundervoll. Sie ist immer für mich da wenn ich sie brauche, ganz egal was passiert.
Und ich vermisse die alten Zeiten mit ihr schrecklich..
Als wir wirklich ALLES zusammen gemacht haben. Ich konnte immer zu ihr kommen, egal was für scheiße ich gebaut habe.

Babe, du bist für mich das schönste, was es auf der Welt gibt. Ich werde immer zu dir halten und bei dir sein. Jede Sekunde mit dir ist einfach wunderschön. Man kann einfach alles mit dir machen. Lachen, weinen und einfach scheiße sein. (: 
Danke, dass du immer für mich da bist und mich unterstützt. Und danke das du mir zuhörst und mich tröstest!
Du bist mir unendlich wichtig! Ich bin echt so froh dich als meine Schwester zu haben. 
Aber ich will verdammt nochmal die alte Zeit wieder! :(
Ich merke, dass du mich loslässt und dich von mir entfernst. Ich will dich nicht verlieren..
Siehst du nicht, dass ich ohne dich am Ende bin? Babe, ich brauche dich!
Für mich bist du der wichtigste Mensch im Leben und einfach unbezahlbar.
Du bleibst in meinem Herzen, ganz egal was geschieht.
Du bist das Größte für mich.
Weißt du noch? Früher, als wir über jeden scheiß gelacht und über alles geredet haben. Wir haben alles zusammen durchgemacht.
Ich vermisse die Zeit so sehr, ich will wieder zusammen mit dir Dvd-Abende machen, mit dir was trinken und dann später in deinen Armen einschlafen. :(
Babe, ich werde immer für dich da sein, egal was passiert. Ich werde bei dir bleiben, mein Herz. Ich hab dich so unbeschreiblich lieb. Und ich will dich wirklich nicht verlieren. 

Ich liebe dich, Kira! ♥

(Bild ist sehr alt, also Maul!)

Samstag, 14. April 2012

C'est la vie.



Sorry, hatte keine Zeit und Lust in letzter Zeit was zu bloggen. Ich hab auch ehrlich gesagt keinen Plan was ich schreiben soll. Naja, ist viel zu viel passiert in letzter Zeit, als das alles aufzuzählen. Mein Vater ist nicht mehr in der Klinik. Keine Ahnung ob das gut oder schlecht ist..hat auf jeden Fall bis jetzt noch nichts gebracht. Joa, bin nicht mehr mit Passi zusammen. Fuck off. Bin jetzt mit Domi zusammen, kann sein dass es zu schnell war, aber wo die Liebe hinfällt und ich liebe ihn nunmal. Mir egal was ihr sagt. Ich scheiß jetzt auf alles & jeden, man ._. Dieses mal hab' ich ein Bild von mir hochgeladen, weil ihr das ja so wolltet ;) 

Sonntag, 11. März 2012

You know my name, not my story.



Sorry, hatte die letzten 2 Tage keine Lust irgendwas zu schreiben. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, was ich schreiben soll. War gestern auf dem 16. Geburtstag von einer sehr guten Freundin. War ganz cool, nur halt Schmerzen gehabt. Aber das kennt man ja nicht anders. Meine Mutter schafft es mitlerweile nichtmal mehr was zu trinken zu kaufen. Das einzigste, was wir haben, ist Cola und ich kann nichts mit Kohlensäure trinken, ich Opfer. Shit happens, würd' ich sagen. Man, ich könnte schon wieder heulen ._. Warum passiert sowas immer mir? Naja, irgendwer muss ja alles abbekommen. Besser ich als jemand anderes.

Donnerstag, 8. März 2012

Jaja. Blabla.



Eigentlich ganz netter Tag gewesen. Heute zum ersten mal wieder in der Schule gewesen. War eigentlich ganz cool, wären da nicht diese scheiß Schmerzen! Und die neue Sitzordnung. Hauptsache meine Lehrerin setzt mich von meinen ganzen Freunden weg. Das halbe Jahr kann ja noch super werden. Naja egal. Später dann aus langeweile 2 Stunden mit dem Hund spazieren gegangen. Tut echt gut draußen zu sein. Man kann so gut abschalten, wenn dich niemand mit seinen Problemen volltextet. Ich liebe diesen Hund dafür, dass er nicht mit mir redet! Er ist halt nicht wie alle anderen, die jedes Gerücht glaubten. Ich hätte ihnen zwar die Wahrheit erzählen können, aber ob sie mir wirklich geglaubt hätten? Vielleicht durchschauen sie irgendwann die Lügen. Ich hasse es, wenn sie mich danach fragten. Also stell' ich's hier mal klar: Ich bin NICHT magersüchtig und war es auch nie. Das ist wegen meiner Krankheit und Ende. Es geht mir ziemlich auf die Nerven, dass mir alle Ratschläge geben wollen. Ich weiß selber, was für mich am besten ist und es ist immerhin meine Entscheidung, was ich tue. Ich bin mit der Situation auch nicht zufrieden, aber ich kann da auch nichts für. Wollte ich nur mal kurz klar stellen.

Mittwoch, 7. März 2012

Wie soll ein Mensch das ertragen?



Alles Scheiße. Ich könnte kotzen. Ich will weg hier. Einfach aus diesem Knast raus! Abhauen, wenn's sein muss unter irgendeiner Brücke schlafen. Alles ist besser, als hier zu bleiben. Manchmal denke ich, sie wollen mich nicht. Ich bin nur Dreck für sie. Sie brauchen mich nur für's arbeiten. Ein paar Tage später kommen sie dann wieder an "Es tut uns sooo leid, was wir gesagt und getan haben!". Was soll ich glauben? Meinen sie das ernst, oder wollen sie mich verarschen?! Manchmal frage ich mich, wie ein Mensch soetwas ertragen soll. Jeden Tag diese scheiß Schmerzen durch die Krankheit und durch meinen Vater. Ich kann ihm langsam echt nicht mehr in die Augen gucken. Ich trau mich nicht mehr. Ich hab' Angst vor ihm..und um ihn. Fuck off, Kopf hoch, Fassade aufrecht halten. Alles klar. Alles wunderbar. Mir scheint die Sonne aus dem Arsch. Ich bin froh, dass ich in solchen Momenten Freunde habe, die zu mir stehen und mir helfen. Mit ihnen ist es wie der Himmel auf Erden, egal was Zuhause abgeht. Dafür liebe ich sie und ich bin stolz, sie meine Freunde nennen zu dürfen! Mit ihnen scheint die Sonne, auch wenn draußen noch so schlechtes Wetter ist. Und ich hoffe, dass ihr in Zukunft auch da seid, denn ohne euch wüsste ich wirklich nicht weiter. Ihr werdet in meinem Herzen bleiben, für immer und ewig.

Ich danke euch beiden, Schatz und Lukas!

Bby, wir haben schon so viel zusammen durchgemacht und glaub mir, den restlichen Scheiß schaffen wir auchnoch! Scheiß auf alles, wir packen das zusammen! Ich lass' dich nie mehr los, denn du bist mir wichtiger als mein Leben ♥

Lukas, danke für alles! Wir kennen uns jetzt schon so lange und du warst immer für mich da. Ich kann immer zu dir kommen, egal womit und ich hoffe du weißt, dass das auch für mich gilt ♥

Dienstag, 6. März 2012

Schmerzen. :(



Heute war schon wieder so ein schlimmer Tag. Stress mit meinen Eltern und überall Schmerzen wegen der Krankheit. Na toll. Meine Eltern werfen mir vor, dass ich garkeine Schmerzen hätte und das ich alles nur vortäuschen würde. Warum kann man nicht einfach einmal für einen Tag Körper tauschen, dann würden sie sehen, wie ich mich fühle! Aber naja, das Leben ist kein Ponyhof. Einfach mit den Schmerzen weiterleben und einen auf glücklich machen,was anderes kann man ja nicht machen. Hauptsache alle anderen sind glücklich. An solchen Tagen wünschte ich mir, David wäre wieder da. Wenigstens eine Person, die für mich da ist, mir zuhört und mich versteht. Warum musste das Leben manchmal so unfair sein? Warum gibt es kein Leben ohne Probleme und Streit? Und ohne Tod? Man, ich verfluche solche Tage!

Montag, 5. März 2012

Papa. ♥


Eigentlich ist mein Leben im Moment ja alles andere als leicht. Ich darf garnicht dran denken, sonst könnte ich wieder losheulen. Schon über ein Jahr bin ich jetzt krank. Trotz den ganzen Schwierigkeiten haben meine Familie und meine Freunde mich unterstützt. Bis auf eine Person: mein Vater. Mein eigener Vater. Als ich im Krankenhaus lag, kam er mich nur einmal für 10 Minuten besuchen, obwohl ich am Wochenende eingeliefert wurde. Meine Mutter war jeden Tag bei mir. Tag und Nacht, obwohl sie arbeiten musste. Ja..auf meine Mutter war Verlass. Aber was war mit meinem Vater? Bis dahin wusste ich nicht, was wirklich in ihm vorging. Warum er so still war. So abweisend. So..kaltherzig. Ich fragte mich jeden Tag, wie man so zu seiner eigenen Tochter sein kann. Es verletzte mich so sehr, dass ich mich jeden Tag in den Schlaf weinte. Warum war er so zu mir? Was hatte ich ihm getan? Ein halbes Jahr später kam dann die Diagnose. Jetzt weinte ich mich nicht mehr aus Angst, ihm nicht wichtig zu sein in den Schlaf, sondern aus Angst, ihn zu verlieren.

Jeden Tag, jede Nacht habe ich Angst, dass er schon bald nicht mehr da sein wird.

Ich liebe dich, Papa.

Freitag, 23. Dezember 2011

David. ♥

Dieser Junge, der seit über 5 Jahren mein bester Freund war. Der mich einen Tag zuvor mit seinen traurigen Augen ansah. Der mir jedes mal von seinen Problemen erzählt hatte, nur an diesem Tag nicht. Dieser Junge, der genau wusste, dass ich mir Sorgen machte, aber mir trotzdem kein Wort sagte. Der trotz seiner grade mal 12 Jahre schon so viel durchgemacht hatte. Ich hörte seinen Hilfeschrei, obwohl er mir kein Wort sagte. Ich versuchte ihm zu helfen, doch es war zu spät. Was war passiert? Wieso lag er da? Wieso war so viel Blut auf dem Boden? Wieso atmete er nicht?  Und wieso weinten seine Eltern? Er lag auf dem kalten Boden im Badezimmer. Ich kniete mich zu ihm und legte eine Hand auf seine Brust. Er war ganz kalt. Ich nahm seine Hand und legte sie mir auf's Herz. Leise flüsterte ich in sein Ohr: "Spürst du das? Mein Herz. Egal wo du bist, es wird für dich weiterschlagen. Bitte vergiss mich nicht, ich liebe dich." Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange und ging nach Hause. Das war der letzte Tag, an dem ich ihn lebend sah.

Sonntag.

Ich erinnere mich noch genau, wie er mir mit gesenktem Kopf am Küchentisch gegenübersaß, ein Junge mit einem blassen, gegen jede Sonnenbräune immunen Gesicht, auf dem sich die kleinste Erregung überdeutlich spiegelte. Es war Sonntag, dieser Tag, den man als Jungendlicher hasst: Das Wochenende so gut wie vorüber, die Hausaufgaben nicht gemacht, die Stadt so grau wie der Ozean an einem Tag ohne Sonne. Feuchtes Laub auf der Straße, und im Nebel lauert schon der Montag.

Große Liebe.

Ich verspreche dich jeden Tag zu lieben. Bis in alle Ewigkeit. Denn für mich bist du viel mehr als Gold wert. Ich denke nur an dich, jeden Tag. Jede Nacht. Die ganze Zeit. Du bist für mich meine große Liebe. Ich weiß, du bist für mich da wenn ich dich brauche..du bleibst in meinem Herzen egal was geschieht! Ich will solange wie möglich mit dir zusammen sein, denn die Zeit mit dir ist so schön..Die Liebe zu dir ist so unglaublich stark..Meine Seele schreit nach dir und ich hab so große Angst dich zu verlieren.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Traumjunge.

Der Junge aus meinem Traum, der mich umarmte und liebevoll küsste, den ich zuvor noch nie gesehen hatte, lag dort im Krankenbett und starrte mich mit großen Augen an. Mir wurde heiß und kalt, ich hatte Schmetterlinge im Bauch und starrte auf den Boden. So schön hatte ich ihn mir nicht vorgestellt. Er stand auf und umarmte mich zur Begrüßung. Ich sah ihn irritiert an. Ist das wirklich passiert? Ich konnte es nicht glauben. Alles war wie ein Traum. Mein Herz blieb für einen Moment stehen, als er mir in die Augen sah und lächelte. Nichts sagend schaute ich auf den Boden. Er nahm meinen Kopf und zog ihn zu sich. Ich spürte etwas warmes, weiches auf meinen Lippen. Wieso küsste er mich auf einmal? Er nahm meine Hand und ich umarmte ihn. Er küsste mich wieder. Noch nie war ich so glücklich. Der wundervolle Junge aus meinem Traum, der mir alles bedeutete küsste mich einfach so! Ich blieb noch etwas bei ihm, wir unterhielten uns und ab und zu küsste er mich. Als ich gehen musste, kamen mir die Tränen. Warum gehen schöne Tage nur so schnell um? Ich umarmte ihn zum Abschied noch einmal und ging mit Tränen in den Augen nach Hause.

Der Schlüssel.

Du hältst deine Tür immer noch vor mir verschlossen. Aber ich ahne, dass es dahinter etwas Dunkles gibt. Etwas Gefährliches. Etwas mir völlig Unbekanntes. Was ist das für eine Welt, in der du lebst, von der ich keine Ahnung habe, in die ich mich auch nicht hineinversetzen kann? Ich werde den Schlüssel finden, und wenn ich die erste Person deines Lebens bin, die es schafft! Ich werde ihn finden, und mit ihm werde ich deine Tür öffnen, und dann werde ich sehen und verstehen.

Letzte Stunde.

Ich gehe schweigend zurück nach Hause. Ich starre auf den Boden unter mir. Ich kann an nichts anderes mehr denken, als das er tot ist, und daran, dass er unmöglich tot sein kann. Menschen sterben nicht einfach. Ich kriege keine Luft. Ich habe Angst. Wie wenn dir jemand droht, dich zu verprügeln, und jetzt ist die letzte Stunde, und du weißt genau, was dich erwartet. Es ist so kalt heute – buchstäblich eisig, und ich stelle mir vor, wie ich zum Fluss runterrenne und kopfüber reinspringe, und es ist so flach, dass ich mir die Hände an den Steinen aufschürfe, und mein Körper taucht ins kalte Wasser, der Schock der Kälte, dann Taubheit, und dort würde ich bleiben, flussabwärts treiben. Ich will mit dem braunen, verharschten Gras verschmelzen, über das ich nach Hause gehe.

Ewigkeit.

So schön das Leben hier auf Erden ist, so vergänglich ist es auch. Wir werden alle einmal sterben. Und da gibt es noch etwas mehr als das Leben auf dieser Erde. Etwas, das man Ewigkeit nennt... Und ich glaube, das ist es, was zählt. Was wirklich zählt. Das, was nach diesem Leben kommt. Und ich habe meinen Frieden mit Gott geschlossen. Ich hatte nicht alles auf dieser Erde, was ich mir gewünscht habe, aber ich... ich wusste trotz allem immer, wohin ich ging und wer meine Hand hielt. Und wer mich eines Tages bei sich haben möchte. Das ist es, worauf es ankommt. Wir mögen eine Menge Entscheidungen treffen in unserem Leben, aber diese ist die wichtigste. Sie ist es, die in alle Ewigkeit von Bedeutung sein wird. Vergiss das nie. Sollte ich wirklich nicht mehr da sein in der näheren Zukunft, dann kennst du den Weg. Behalte ihn fest in deinem Herzen. Was immer du erreichen wirst im Leben - und ich wünsche mir, dass du mehr erreichst, als du dir je träumen kannst -, vergiss eines nicht: Halte den fest, der dir das Leben geschenkt hat. Alles kann dir genommen werden, aber das kann dir niemand nehmen. Denn wenn du eines Tages im Angesicht des Todes stehen wirst, ist es das Einzige, was du noch hast. Wenn dein Leben zu Ende sein wird und du an deiner Schwelle stehst - wo jeder Mensch eines Tages stehen wird -, dann wird die einzige Frage nur noch die sein: Wer wird dich auf seinen Armen hinübertragen? Es wird nichts geben, was du sonst mitnehmen kannst. Und das halte fest! Denn falls ich schneller als erwartet in die Ewigkeit wandere... dann möchte ich, dass auch du eines Tages dort bist, wo ich sein werde.

Nichts währt ewig.

Wir alle gehen, denn nichts währt ewig. Nicht einmal die Erde selbst. Buddha sagte, der Wunsch sei der Grund allen Leidens, und das Ende des Wünschens bedeute auch das Ende des Leidens. Wenn du aufhörst zu wünschen, dass die Dinge ewig währen, hörst du auf zu leiden, wenn sie vergehen. Eines Tages wird sich niemand daran erinnern, dass es ihn gab, oder dass es mich gab. Denn auch Erinnerungen waren vergänglich. Und dann bist du ganz allein, nicht einmal der Geist ist noch bei dir, nur noch sein Schatten. Am Anfang hatte er mich verfolgt, hatte meine Träume heimgesucht, doch schon jetzt entglitt er mir, verging in meiner Erinnerung und in der Erinnerung der anderen, starb noch einmal.

Nach 3 Wochen.

Jetzt, nach drei Wochen, spürte sie wieder Boden unter den Füßen. Zumindest brachte sie es inzwischen fertig, seine Freunde auf dem Pausenhof zu sehen, ohne sofort dieses endlose, schreckliche Fallen im Bauch zu spüren. Sie hatte es im Griff. Und wenn die Wut zu schlimm wurde, gab es immer noch das Tanzen. Wenn die Musik so laut war, dass sie im Zwerchfell vibrierte, gleißte hinter ihren Lidern nur noch ein gnädiges, kühles Weiß, das alle Bilder löschte. Lediglich die Unruhe, die ihr seit Tagen zu schaffen machte, ließ sich nicht vertreiben. Eine Rastlosigkeit, die es ihr auch heute Morgen unmöglich gemacht hatte, sich auf die Mathearbeit zu konzentrieren. Eine innere Unruhe, die sie jetzt dazu brachte, mit den Fingern auf dem Oberschenkel herumzutrommeln, als hätte sie einen Koffeinrausch.

Er! ♥

Mein Körper gehorcht nicht. Ich nahm jede kleine Einzelheit war: sein Haar, das ihm glatt und braun über sein Gesicht fiel, die langen Wimpern und die feine Linie der Wangenknochen. Er hatte etwas Sanftes in seinen Zügen, das mich berührte - ich spürte ein warmes Pochen unter dem Rippenbogen, dort, wo manchmal auf der Schmerz saß. Er trug schwarze Jeans und ein weißes T-Shirt, auf dem ein tellergroßer roter Punkt prangte - mitten auf der Brust. Japan-Fan? Meine Sehnsucht danach, ihn einfach anzusprechen, wurde gerade noch von rechtzeitig von einer Welle aus Besorgnis verdrängt. Lass ihn. Es geht dich nichts an. Und du gehst ihn nichts an. An dieser Stelle war ich fast erleichtert, mir einreden zu können, dass es Mitleid war. Nur Mitleid! Keine Gefahr für dich. Man, er hatte echt keine Ahnung. In diesem Augenblick verstand ich, womit er meinen Blick auf sich gezogen hatte: Er war nicht nur zum Tanzen unterwegs gewesen. Er war ausgegangen, um zu vergessen. Seine ganze Haltung, sogar das Misstrauen in seinen Augen, die Feindseligkeit darin spiegelte ein kaum verheiltes Leid wider. Er war wütend und traurig und er litt an etwas - oder an jemandem? Diesen Ausdruck kannte ich nur zu gut - oft genug sah ich ihn im Spiegel.

Bester Freund.

Mein bester Freund war gestorben. Wenn sie davon erfuhren oder mich sahen und sich daran erinnerten, machten die Leute immer dieses ganz bestimmte Gesicht. Ein spezieller, trauriger Gesichtsausdruck, dazu den Kopf leicht schräg geneigt und den Mund ein wenig geöffnet, nach dem Motto: Mein Gott, wie schrecklich, das arme Mädchen! So gut gemeint das auch sein mochte - für mich war es bloß ein Zusammenspiel von Muskeln und Sehnen, das nichts bedeutete. Gar nichts. Ich hasste diesen Gesichtsausdruck. Und sah ihn überall.